Wie man mit dem Würgereiz beim Zahnarzt zurechtkommt

Viele Menschen haben in der Zahnarztpraxis nicht nur Angst vor Schmerzen oder der Spritze, sondern auch Probleme mit dem Würgereiz. Das kann eine Folge der Zahnbehandlungsangst sein, es gibt aber auch entspannte Zahnarztbesucher, die einfach einen heftigen Würgereiz verspüren.

Wie entsteht der Würgereiz?

Der Würgereiz ist eigentlich eine richtig gute Sache. Er sorgt dafür, dass keine Fremdkörper in die Atemwege geraten. Wenn eine Feder oder was auch immer den hinteren Teil von Zunge oder Gaumen berührt, wird dieser Reflex unwillkürlich ausgelöst. Eigentlich ist der Würgereiz also ein Schutz, über den sich normalerweise niemand ärgern würde.

Wenn der Zahnarzt allerdings weit hinten an den Backenzähnen arbeiten muss, ist der Würgereiz einigermaßen unpraktisch. Eine weitere typische Situation führt oft zu Würgereiz: Um einen Abdruck von den Zähnen zu nehmen, wird der Abdrucklöffel mit einer Masse gefüllt, die aushärtet. Man hat also den Mund voll – und wenn die Abdruckmasse ein bisschen über den Rand des Löffels gedrückt wird, dann kann das ein Würgen auslösen.

Was tun?

Die Abdruckmasse lässt sich unterschiedlich anrühren, so dass es länger oder weniger lange dauert, bis sie hart ist. Für Würger ist es natürlich angenehmer, wenn die Aushärtung schneller passiert.

Wenn der Würgereiz so stark ist, dass eine zahnärztliche Behandlung gar nicht möglich ist, dann muss notfalls eine Vollnarkose sein. Das ist in diesem Fall sogar eine Kassenleistung, die allerdings nicht in jeder Zahnarztpraxis angeboten wird.

Es kann sich aber auch lohnen, nach einer modern ausgestatteten Zahnarztpraxis zu suchen, in der keine Löffel mehr zum Abformen eingesetzt werden. Stattdessen kann man nämlich auch digitale Abformungen mit einem Intraoralscanner machen – deutlich angenehmer für den Patienten!

Top 10 gegen den Würgereiz

1. Hingehen

Es ist unklug, aus Scham und Angst vor dem Würgereiz den Besuch beim Zahnarzt hinauszuzögern. Die schlechten Zähne werden davon nur noch schlechter. Also hingehen!

2. Reden

Es ist absolut sinnvoll, den Zahnarzt von Anfang an darüber zu informieren, dass es Probleme mit dem Würgen geben könnte. Nur wenn er es weiß, kann er sich, die Mitarbeiter und den Patienten darauf vorbereiten und zum Beispiel auch testen, an welchen Stellen im Mund eine Empfindlichkeit besteht.

3. Kopf halten

Die Übung stammt aus der Kinesiologie und wird zum Stressabbau benutzt: Man legt eine Hand quer über die Stirn, die andere quer über den Hinterkopf. Zur Unterstützung kann man den Kopf noch ein bisschen nach vorne neigen, damit der Reiz im Rachen weniger wird.

4. Atmen

Wenn man durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmet, geht der Würgereiz oft zurück. Das kann man noch durch Tigerbalsam oder Aromaöl unterstützen: einfach eine kleine Menge auf ein Taschentuch geben und daran schnuppern. Selbst einen Naseninhalator kann man mittlerweile kaufen.

5. Muskelrelaxation

Es hat eine entspannende Wirkung, wenn man zum Beispiel die Hände und die Füße erst anspannt und dann bewusst locker lässt. Also: eine Hand heben und zur Faust ballen, dann auf den Schoß legen und die andere heben.

6. KG 24

So heißt ein Akupunkturpunkt, der zwischen Unterlippe und Kinn liegt. Wenn man ihn nadelt oder einfach mit dem Daumen drückt, geht der Würgereiz zurück.

7. Hypnose

Zahnärzte, die Hypnose anbieten, können damit nicht nur Angst behandeln, sondern auch einen Würgereiz „herunterfahren“. Allerdings muss der Patient einverstanden sein und mitmachen: Man kann nicht gegen seinen Willen hypnotisiert werden.

8. Dämmerschlaf

Manchmal hilft nur eine orale Sedierung, ein Dämmerschlaf, der durch Dormicum (Midazolam) oder ähnliche Medikamente eingleitet wird.

9. Lachgas

Lachgas hat eine entspannende, stimmungsaufhellende Wirkung – und es dämpft den Würgereiz. Es wird über eine Nasenmaske eingeatmet, allerdings ist nicht jede Zahnarztpraxis damit ausgerüstet.

10. Position

Wenn man nicht auf dem Rücken, sondern auf der Seite liegt, ist der Würgereiz bei vielen Menschen weniger stark. Eine aufrechte Position finden die meisten Menschen am angenehmsten.

 

Foto: © Bildagentur PantherMedia  / 

Auschra

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