Wechseljahre und Yoga: gute Kombi!

Als ich mich letztens durch die Blogs und Gruppen zu Wechseljahren gescrollt habe, sind mir zwei Richtungen aufgefallen. Einerseits gibt es Frauen, die sich mit den verschiedensten Mittelchen gegen Gewichtszunahme, Hitzewallungen und Schlafstörungen beschäftigen. Und andererseits diejenigen, die die Wechseljahre als riesige Chance sehen, endlich mal zu tun, was sie immer schon wollten. Joggen, Aquarelle malen und so.

Ich finde mich auf keiner der Seiten wieder. Aber sowohl bei den taffen, kreativen Frauen als auch bei den modernen Kräuterhexen lerne ich Frauen kennen, die auf Yoga stehen. Zufall? Glaube ich nicht. Yoga tut einfach gut und Yoga hilft bei Beschwerden, wie diverse Studien zeigen.

Yoga? Yoga!

Ich liebe Yoga nicht erst seit ein paar Jahren, aber eine Yoga-Expertin, die ihre Freizeit am liebsten auf Workshops in der Uckermark oder auf Mallorca mit Asanas bei Sonnenaufgang und meditativen Om-Gesängen verbringt – nein, das passt für mich nicht. Andererseits wage ich gar nicht erst die Vorstellung, wie sich meine Gelenke anfühlen würden, wenn ich nicht jeden Morgen konsequent meine Übungen durchziehen würde.

Neugierig lese oder blättere ich mich durch die Yoga-Literatur, lerne neue Yoga-Lehrer kennen und verändere meine Morgenroutine. Ich weiß jetzt schon, dass auch das neue Buch, das gerade neben mir liegt, Spuren hinterlassen wird: Iyengar Yoga in der Menopause heißt es. Obwohl es äußerlich betrachtet eigentlich gar nicht so mein Fall ist. Ein typisches Thieme-Fachbuch halt mit dunkelblau-hellblau-weißem Cover. So richtig charmant wirkt das nicht. Aber es ist durchgehend vierfarbig (über 2.000 Fotos!) und kommt als Hardcover mit 608 Seiten auf den Markt – puh. Ein echtes Yoga-Lehrbuch also!

Drei Autorinnen sind angegeben, eine von ihnen ist Geeta S. Iyengar, die älteste Tochter von B. K. S. Iyengar, dem Begründer des Iyengar-Yoga.

Asanas rauf und runter

Ziel von Iyengar Yoga ist eine Kräftigung des Körpers, eine gute körperliche und mentale Standfestigkeit, Beweglichkeit, Balance und Entspannung. Das Buch verspricht laut Verlag, dass die zahlreichen Übungen und Asanas dabei helfen, sich an die neue hormonelle Situation anzupassen. „Die Beschwerden in den Wechseljahren können so deutlich reduziert werden“, heißt es bei Thieme.

Das Buch stellt unglaublich viele Asanas dar: Stehhaltungen, Vorwärtsstreckungen, Drehungen, Rückwärtsstreckungen sowie regenerative Haltungen und Umkehrstellungen. Spezielle Übungsreihen für die Zeit vor der Hormonumstellung und die Zeit danach, außerdem auch Übungen für Frauen mit Problemen wie Bluthochdruck, Kopfschmerz und Migräne oder Metabolischem Syndrom. Auch für Frauen mit Brustkrebs gibt es extra Übungsreihen.

Beim Blättern hoffe ich, dass die Yogalehrer wissen, wo die Grenzen ihrer Schülerinnen sein könnten. Gibt es viele Frauen in den Wechseljahren, denen es gut tut, Handstand und Kopfstand zu üben? Ich kann es nicht sagen. Nur mit meiner Halswirbelsäule und meinen Handgelenken wäre ich sehr vorsichtig.

Yoga mit Hilfsmitteln

Typisch für dieses Buch ist es, das so viele Asanas für verschiedene Bedürfnisse und Fähigkeiten vorgestellt werden. Die eine Frau braucht nun mal eine Möglichkeit zum Abstützen der Hände bei der Vorwärtsbeuge, die andere nicht. Wer unter Rücken- oder Handgelenkschmerzen leidet, wird viele Übungen besser mit passenden Hilfsmitteln ausführen, mit Klötzen oder Gurten zum Beispiel.

Die Idee Hilfsmittel einzusetzen ist typisch für das Iyengar Yoga. Dieser Yogastil ist wohl die Grundlage für therapeutisches Yoga.

Ein Buch, über das sich ernsthafte Yogalehrer mit Sicherheit freuen. Auch wenn es optisch die Anmutung eines schulmedizinischen Lehrbuchs hat.

 

 

Iyengar-Yoga in der Menopause
Geeta S. Iyengar, Rita Keller, Kerstin Khattab

Thieme Verlag Stuttgart 2018, 608 S., 2016 Abb., 99,- Euro

 

 

Auschra

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