Giftiger Tee, gesunde Rohmilch und Krokodile als Nachbarn

Es gehört zu meinem Job, regelmäßig die Newsletter von Zeitschriften wie dem Ärzteblatt oder die News zu überfliegen. Eigentlich liebe ich diesen Teil meiner Arbeit. Ich bin irgendwie immer neugierig, was es so gibt. Aber meistens hält die Neugier nicht lange an, sondern mein Magen wird irgendwie schwach. Heute ist es diese Sache mit dem Schwarzem Tee aus dem Focus, der mir zu Schaffen macht. Da messen Forscher nach und finden eine Mischung potenziell krebserregender Gifte in fast allen Teesorten, die sie kontrolliert haben. Anthrachinon, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Pyrrolizidinalkaloid, um genau zu sein. Schlimm genug. Aber der Focus sieht auch noch die positiven Seiten der Untersuchung: „All diese Mängel wirkten sich in punkto Geruch und Geschmack nicht auf die Produkte aus“, heißt es da. Jetzt weiß ich gefühlsmäßig nicht mehr weiter. Soll das heißen, es nützt mir nichts, wenn ich an der offenen Teedose schnuppere, weil ich das Gift nicht bemerken würde? Oder soll ich mich tatsächlich über Tee freuen, der wie guter Tee riecht, aber leider ein kleines bisschen Krebs machen könnte?

Passend dazu berichtet Ökotest von verunreinigten Kräutertees, Pestiziden, keine Ahnung. Mir ist ja schon schlecht.

Inzwischen habe ich keine Lust mehr auf weitere schlechte Nachrichten. Irgendwas möchte ich ja auch noch trinken heute. Also suche ich einfach nach guten Meldungen und heute werde ich schnell fündig. Das Ärzteblatt schreibt, dass Rohmilch die Infektionsrate bei Säuglingen senkt – das liest man doch gerne. Eine Studie hat ergeben, dass Kinder, die Rohmilch bekamen, ein um 30% geringeres Risiko hatten, zum Beispiel an Atemwegsinfekten, Mittelohrentzündungen und Erkältungen zu erkranken. Wenn die Milch von den Eltern erwärmt wurde, war der Effekt etwas schwächer. Pasteurisierte, industriell erhitzte Milch schützte immerhin noch vor fieberhaften Erkrankungen – im Gegensatz zu H-Milch. Eine gute Nachricht also: viele Krankheiten von Kindern könnten durch die Wahl der Milch verhindert werden. Leider stand in dem Artikel nichts darüber, wo man frische Milch kaufen soll. Naja, immerhin eine schöne Studie, mal theoretisch betrachtet.

Zum Schluss stoße ich auf meine heutige Lieblingsmeldung. Es geht um Reptilien, und andere wilde Tiere, die in deutschen Privathaushalten leben. Das soll verboten werden, ich lese nicht mehr richtig, es ist spät, mir fallen die Augen fast zu – bis ich wieder aufmerke: Es geht nicht nur um giftige Skorpione, Spinnen oder Schlangen mit Giftzahn. Nein, da steht: „Außerdem soll das Verbot für besonders große und starke Tiere, wie Krokodile, Alligatoren, große Bären, Raubkatzen, Wölfe, Primaten, Elefanten oder Nashörner gelten.“ Ich mag mir gar nicht vorstellen, was für Tiere in meiner Nachbarschaft leben. Ob mein Nachbar Krokodile hält? Glaube ich nicht. Hoffentlich nur kleine Giftschlangen oder Spinnen…

Auschra

One Comment

  1. Ein kleiner Nachtrag zum Thema „Milch ist gesund“: Im aktuellen Ärzteblatt kann man nachlesen, dass Milch bei alten Menschen in einer großen Studie die Rate an Knochenbrüchen und die Sterberate erhöhte. Bisher sind das noch keine verlässlichen Daten, aber die Vorstellung von „tu was Gutes für die Knochen, trink Milch“ gerät ins Wanken.

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