Patienten mit Zahnarztangst für Akupunktur-Studie gesucht!

In Dresden wird gerade eine Studie durchgeführt, bei der untersucht wird, ob Akupunktur die Zahnarztangst lindern kann. Dazu gibt es zwar schon ein paar Untersuchungen, aber diese Studie hat einige Besonderheiten, wie Henriette Richter berichtet. Sie ist Doktorandin, will aus den Studienergebnissen also eine Doktorarbeit schreiben.

Laser-Akupunktur statt Nadeln

„Anfangs wollten wir Angstpatienten nadeln“, beschreibt sie. Das ging leider ziemlich schief. Es zeigte sich nämlich, dass Patienten mit Angst vor dem Zahnarzt sehr häufig auch Angst vor Spritzen und Nadeln haben. „Deshalb habe ich das gesamte Studiendesign noch einmal umgestellt“, berichtet sie. Statt Nadeln werden jetzt Laser-Applikatoren zum Akupunktieren eingesetzt. Das ist für die Patienten völlig schmerzfrei und auch die harmlosen Nebenwirkungen, die im Rahmen einer Nadelakupunktur auftreten können, entstehen bei der Laser-Akupunktur nicht. Beim Nadeln kann es nämlich manchmal zu blauen Flecken kommen.

Ohr- und Körperakupunktur

Zur Akupunktur gegen Zahnarztangst gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen – und wenn, dann wurden sie in erster Linie mit Kindern durchgeführt oder es wurde Ohrakupunktur eingesetzt. Die aktuelle Studie von Henriette Richter will dagegen untersuchen, ob Laser-Akupunktur bei Erwachsenen gegen Zahnarztangst hilft. Dabei werden sowohl Punkte am Ohr als auch an Armen und Beinen angesprochen.

Laser-Applikatoren

Es ist wissenschaftlich untersucht, dass die Laser-Akupunktur schmerzfrei und genauso wirksam wie Nadelakupunktur ist. Dabei werden bis zu zehn Laser-Applikatoren mit Pflastern auf die Hautstellen geklebt, an der sich die Akupunktur-Punkte befinden. Der Applikator ist weniger Millimeter groß und strahlt ein Rotlicht aus, dass genauso tief in die Haut „eindringt“ wie die übliche Nadel.

Beruhigende Akupunktur-Punkte

„Genutzt werden Akupunktur-Punkte, die nachgewiesenermaßen beruhigend wirken“, beschreibt Richter, „also zum Beispiel Puls und Blutdruck senken, Stress abbauen und insgesamt den Körper runterfahren“. Die Reizung der Akupunkturpunkte regt die Durchblutung an und setzt Endorphine frei. Dadurch entsteht eine Angst- und Schmerzlösung, die mit der Wirkung von Morphium verglichen wird.

Rahmenbedingungen

Beruhigung, Sedierung, Angstlösung – das klingt gut. Allerdings sind nicht alle Patienten mit Angst vor dem Zahnarzt für diese Studie geeignet. Wie bei Studien üblich sind zum Beispiel Schwangere und Menschen unter 18 Jahren ausgeschlossen, außerdem zum Beispiel Menschen mit weniger als zehn Zähnen pro Kiefer oder mit herausnehmbarem Zahnersatz.

Dentalphobie ausgeschlossen

„Wir wollen die Untersuchung mit Patienten durchführen, die mittlere bis hohe Angst haben“, so Richter, „Phobiker müssen wir allerdings ausschließen“. Wobei jemand, der seit Jahren den Weg in die Zahnarztpraxis vermeidet, definitionsgemäß an einer Dentalphobie leidet. Auch Fragebögen zur Selbsteinschätzung helfen dabei, die Zielgruppe festzustellen.

Kostenlose Zahnreinigung

Insgesamt sollen 50 Menschen mit Zahnarztangst in die Studie aufgenommen werden. Sie werden zu einem Erstgespräch eingeladen, bei dem auch offene Fragen geklärt werden können. Es folgt die erste Sitzung mit Laser-Akupunktur auf einem Zahnarztstuhl. Im Rahmen dieser Sitzung wird eine Zahnreinigung durchgeführt und die Angst eingeschätzt. „Es folgen wöchentliche Akupunktursitzungen“, berichtet Richter und erklärt auch gleich, dass die regelmäßige Teilnahme sehr wichtig ist. Wer einmal einen Termin verpasst, muss aus der Studie ausgeschlossen werden. Bei der sechsten Sitzung wird wieder eine Zahnreinigung durchgeführt, man kann also vergleichen, ob die Angst sich im Lauf der 6 Wochen verändert hat.

Die Akupunktursitzungen kosten im Rahmen der Studie kein Geld, Anfahrtskosten können leider nicht übernommen werden. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, schickt am besten eine E-Mail an studie.zahnarztangst@web.de

Auschra

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