Yoga: mehr als Verrenkungen

Mehr Beweglichkeit

Es ist nicht erstaunlich, dass regelmäßiges Yoga-Training die Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessert. Signifikant verbessert, um es genauer zu sagen! Und dann auch noch durch Wissenschaftler der Universität Göttingen herausgefunden und in einer seriösen sportmedizinischen Zeitschrift veröffentlicht ([1])! Sie weisen übrigens darauf hin, dass Beweglichkeit die Grundlage für eine hochwertige und ökonomisch Bewegungsausführung ist. Beweglichkeit macht Sinn, weil ein direkter Zusammenhang zwischen Beweglichkeit und Verringerung von Rückenschmerzen besteht.

Gut für Diabetiker

Es gibt schon einige Studien dieser Art. Neu und eher überraschend sind für mich ein paar andere Studienergebnisse. Zum Beispiel fanden indische Wissenschaftler gerade heraus ([2]), dass sich Yoga auch positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Und zwar auf den von Diabetikern und von Menschen, die noch nicht Diabetiker sind, aber auffällige Blutzuckerspiegel haben. An dieser Studie nahmen 1.292 Menschen teil. Interessanterweise war die Untersuchung auf einen Zeitraum von 10 Tagen begrenzt. Aber auch dieses kurzfristige Yoga-Programm zeigte Wirkung. Der durchschnittliche Blutzuckerspiegel sank jedenfalls von 133,1 auf 121,19.

Yoga auf dem Stuhl

Ich hatte hier schon mal über Yoga auf dem Stuhl geschrieben. Deshalb fand ich eine Studie ([3]) besonders interessant, in der die Wirkung von diesem Stuhl-Yoga untersucht wurde. Kann es Kraft und Balance verbessern, wenn man nicht auf den Füßen steht, sondern mit Hilfe eines Stuhls Yoga-Übungen macht? Ja, es wirkt! Für „nachhaltige Effekte“waren lediglich zwei Sitzungen à 20 Minuten pro Woche nötig – und das nur 12 Wochen lang. Die Patienten hatten psychiatrische Diagnosen und es ging darum, die Sturzgefahr zu verringern. Sie wurden anfangs, nach den 12 Yoga-Wochen und 6 Wochen nach Ende der Studie untersucht. Ergebnis: Flexibilität, Kraft und Ausdauer waren gestiegen, was auch 6 Wochen nach Studienende noch messbar war.

Und das sind wirklich nur wenige der aktuellen Studienergebnisse!

Aber eigentlich wollte ich hier ein Buch aus dem Stuttgarter TRIAS Verlag vorstellen, bei dem es um Yoga und Ernährung geht: Yoga Body – Asanas & Ernährung perfekt kombiniert: straff, schlank schön. Zwei Autorinnen haben das Buch gemeinsam geschrieben. Iris Lange-Fricke ist Ökotrophologin und Rezeptentwicklerin. Nicole Reese arbeitet als freie Autorin und Yogalehrerin.

Zum Thema Gewichtsreduktion lese ich darin zum Beispiel, dass der berühmte Sonnengruß den gesamten Körper vitalisiert und damit den Stoffwechsel und die Fettverbrennung auf Trab bringt. Ernährungsmäßig passen dazu scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili, Senf, Pfeffer oder Cayennepfeffer. Sie sollen dem Stoffwechsel zusätzlich einheizen und das Gehirn Glückshormone ausschütten lassen. Klingt nicht schlecht. Und straff soll das Bindegewebe durch Yinpositionen werden, die länger gehalten werden.

Den Fotografen muss man in diesem Fall auch mal nennen: Holger Münch, Suttgart, hat hier wirklich für sehr schöne Bilder gesorgt.

Neben den Übungen werden auch passende Rezepte vorgestellt: Gut für das Bindegewebe ist zum Beispiel die Aminosäure Lysin, die in Milchprodukten, Vollkornprodukten, Walnüssen, Buchweizen, Erbsen oder Quinoa enthalten ist. Gut für meinen Magen wären ganz sicher die Süßkartoffel-Toasts, danke nicht nur für dieses tolle Rezept!

 

[1] Rudolph S, Kruft S, Göring A, Jetzke M. Eine empirische Vergleichsstudie zu den Wirkungsweisen von Yoga auf die Wirbelsäulenbeweglichkeit. Dtsch Z Sportmed. 2016; 67: 117-120.

[2] V V, Rathi A, Raghuram N: Effect of short-term yoga-based lifestyle intervention on plasma glucose levels in individuals with diabetes and pre-diabetes in the community. Diabetes Metab Syndr. 2017 Dec;11 Suppl 2:S597-S599. doi: 10.1016/j.dsx.2017.04.010. Epub 2017 Apr 12.

[3] Ikai S, Uchida H, Mizuno Y et al.: Effects of chair yoga therapy on physical fitness in patients with psychiatric disorders: A 12-week single-blind randomized controlled trial. J Psychiatr Res. 2017 Nov;94:194-201. doi: 10.1016/j.jpsychires.2017.07.015. Epub 2017 Jul 19.

 

 

Auschra

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