Thai-Massage gegen Osteoporose

Unser Skelett ist ein lebendiges System. Knochen bleiben stark, weil sie ständig auf- und abgebaut werden. Leider verändert sich das mit zunehmendem Alter. Mit der Zeit wird immer weniger auf- und immer mehr abgebaut, die Knochen altern und das Osteoporose-Risiko steigt. Mist!

Knochenbagger und Knochenmaurer

Etwas genauer funktioniert das so: Die „Knochenbagger“ (Osteoklasten) bauen altes Knochengewebe ab, während die „Knochenmaurer“ (Osteoblasten) die Lücke wieder auffüllen. Bei Osteoporose lösen Osteoklasten dagegen an mehreren Orten sehr viel mehr altes Knochengewebe ab, so dass die Osteoblasten die vielen Lücken nicht wieder auffüllen können. Das Skelett wird porös und anfällig für Verletzungen.

Jeder kennt alte Leute, die sich bei einem eigentlich harmlosen Sturz den Oberschenkelhalsknochen brechen. Oder die immer kleiner werden. Nein, das will niemand, es wäre also richtig gut, wenn man den Knochenaufbau irgendwie anregen könnte.

Bisher werden dafür eine gute Ernährung, eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, außerdem Sportarten wie Spaziergänge, Trampolinspringen oder Vibrationstraining empfohlen. Zur Osteoporose-Vorbeugung sollte die Ernährung nicht zu phosphathaltig sein. Das heißt: nicht zu viel Fleisch und Wurst, Schmelzkäse und Softdrinks! Auch Alkohol gilt als Knochenräuber.

Neue Erkenntnisse zur Thai-Massage

Ich habe hier schon ein paar Studien zur Thai-Massage zusammengefasst. Dabei ging es um die Wirksamkeit gegen Knieschmerzen und gegen Kopfschmerzen. Jetzt habe ich Studienergebnisse gefunden, die positive Auswirkungen von Thai-Massage auf die Knochen festgestellt haben.

In die eine Untersuchung wurden 30 gesunde Frauen (20-40 Jahre) einbezogen. Alle bekamen eine 2 Stunden dauernde traditionelle Thai-Massage; bei allen Frauen massierte dieselbe Masseurin. Vorher und nachher wurden die Knochendichte und mehrere Laborwerte gemessen. Eine wichtige Rolle spielt hier das P1NP. Diese Abkürzung steht für ein Prokollagen, mit dem man die Knochenbildung bzw. den Knochenabbau messen kann. Steigende Prokollagen-Werte bedeuten, dass mehr Knochenaufbau stattfindet.

Man ahnt es schon: Die P1NP-Konzentrationen stiegen nach der Massage um durchschnittlich 4,8% an.

In einer weiteren Untersuchung kam es zu ähnlichen Ergebnissen. Hier waren die Teilnehmerinnen 48 Frauen nach den Wechseljahren. Sie wurden vier Wochen lang zweimal wöchentlich behandelt. In dieser Untersuchung fiel den Autoren auf, dass nach der Massage vor allem die älteren und besonders kleinen Frauen höhere P1NP-Werte (durchschnittlich plus 14,8%!) hatten. In der Vergleichsgruppe, die keine Thai-Massagen bekommen hatten, veränderte sich nichts.

Für die Autoren ist damit klar, dass die traditionelle Thai-Massage schnell für eine veränderte Knochenbildung sorgt. Größere Studien über einen längeren Zeitraum wären wünschenswert, um zu schauen, ob sich die Knochengesundheit durch Thai-Massage langfristig verbessern lässt.

Das wäre auch unter Kostengesichtspunkten interessant. Angeblich verursacht die Osteopo­rose in Deutschland jährlich etwa 3 Milliarden Euro an di­rekten und indirekten Krankheitskosten. Könnte man davon nicht ein paar Millionen für Thai-Masseure abzwacken, die vorsorglich was gegen Osteoporose tun? Ich gebe gerne zu, dass ich mich sofort in die Warteliste der ersten Krankenkasse eintragen würde, die das Angebot bietet.

Darf man sich das trauen?

Bei den in Deutschland tätigen Thai-Masseuren gibt es offenbar zwei Standpunkte, wie eine kleine Google-Recherche zeigt. Auf der einen Seite stehen die, die Thai-Massage zur Vorbeugung von Osteoporose empfehlen. Die anderen schließen Osteoporose-Patienten ähnlich wie Kranke mit Fieber oder offenen Wunden von einer Behandlung aus. Heißt das, wenn man erstmal die Diagnose hat, ist es für den Gang zum Thai-Masseur zu spät?

Vielleicht sollte ich regelmäßig zur Thai-Massage gehen, bevor ich Osteoporose habe.

Gute Idee!

 

 

Foto: © Yvel Jäger

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