Mit Hitze gegen Borreliose und Umweltgifte

In der Krebstherapie ist die Hyperthermie längst bekannt. Neu war für mich, dass diese Methode auch im Rahmen von Umweltmedizin und Borreliose eingesetzt wird. Diese Information hörte ich zum ersten Mal auf dem VIII. Hyperthermie-Symposium am 30. September 2017 in Berlin, wo Ärzte praktische Erfahrungen und Fallbeispiele vorstellten. Hier der Kongressbericht, den ich für das Naturheilkunde-Journal geschrieben habe.

„Die Borreliose ist ein Chamäleon“, sagt Dr. med. Ortwin Zais, Allgemeinmediziner und 1. Vorsitzender der Deutschen Borreliose-Gesellschaft. Einen Teil der Patienten kann man aber, so seine Erfahrung und Überzeugung, mit einer Ganzkörperhyperthermie erreichen. Und auch Dr. med. Peter Ohnsorge (HNO-Arzt und Umweltmediziner) nutzt die Hyperthermie zur Behandlung von Patienten mit Krankheiten, die durch Umweltgifte verursacht wurden. Er schilderte eine eindrucksvolle Kasuistik, eine 28 Jahre alte MS-Patientin, die ihn eigentlich wegen eines Hörsturzes aufsuchte. Er nahm sich Zeit für die Anamnese und fand heraus, dass die junge Frau vor einigen Monaten eine neue Wohnung bezogen hatte. Wohngifte und Behandlungen zur Entgiftung der Patientin ließen die Beschwerden zurückgehen. Auch eine milde Hyperthermie spielte dabei eine Rolle.

Feuer und Hitze haben eine starke Symbolkraft, Fieber gilt schon lange als reinigend und heilsam. Aber gilt das auch für künstlich erzeugtes Fieber? Empfiehlt sich eher eine lokale Überwärmung oder eine Ganzkörperhyperthermie? Und welche Studien oder Erfahrungen gibt es für welche Krankheiten? Das Interesse, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, könnte ruhig etwas größer sein, finde ich.

 

Auschra

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