Jameda: „Nie wieder zu diesem Arzt“ – und jetzt?

 

Seit es Ärztebewertungsportale gibt, gibt es auch Patienten (oder angebliche Patienten), die sich anonym über angeblich schlechte Ärzte beschweren. Manche werden dabei ziemlich beleidigend, unfair also. Wie geht es eigentlich weiter, wenn Ärzte sich an Jameda wenden, um eine Löschung solcher Kommentare zu fordern? Ein Interview mit Anne Schallhammer, PR & Marketing Manager, jameda GmbH.

med-press: Was kann ein Arzt tun, der von einer Lüge betroffen ist? Wenn also zum Beispiel ein angeblicher Patient schreibt, „dieser Arzt hat sich geweigert, mein Kind zu untersuchen, darum ist es jetzt chronisch krank“?

Schallhammer: Ist die Bewertung aus Sicht des Arztes rechtswidrig, kann er sie über den Button „Problem melden“ in Prüfung schicken. Anschließend wird ein umfassender Prüfprozess eingeleitet. Falsche Tatsachenbehauptungen werden von uns gelöscht, Meinungsäußerungen sind vom Grundgesetz geschützt und dürfen stehen bleiben.

med-press: Was kann ein Arzt tun, der unfreundlich bewertet worden ist? Also zum Beispiel als arrogant, unfreundlich oder uninteressiert bezeichnet wird?

Schallhammer: Fühlt sich der Arzt beleidigt, kann er die Bewertung in Prüfung schicken. Das Qualitätsmanagement entscheidet im Prüfprozess, ob es sich um eine Meinungsäußerung oder Schmähkritik handelt.

med-press: Wer genau entscheidet, ob eine Bewertung zum Beispiel beleidigend ist?

Schallhammer: Wir haben ein Team aus 20 Mitarbeitern, das für die Qualitätssicherung der Bewertungen zuständig ist. Entschieden wird nach geltendem Recht: Beleidigungen und Schmähkritik werden gelöscht. Zusätzlich führen wir eine Blacklist mit beleidigenden Begriffen.

med-press: Falls der Bewerter angeschrieben wird und darauf nicht reagiert, wie geht es dann weiter?

Schallhammer: Gibt der Patient während des Prüfprozesses einer Bewertung keine Rückmeldung, sind wir dazu verpflichtet, die Bewertung zu löschen.

med-press: Kann jeder bei Jameda eingetragene Arzt eine Bewertung kommentieren? Konkret: ohne Premiumpaket oder sonstige Geldleistungen?

Schallhammer: Jeder Arzt kann seine eigene Bewertung kommentieren – egal ob er zahlender Kunde ist oder nicht. Um einen Kommentar zu verfassen, muss er sich registrieren. Dadurch können wir sicherstellen, dass es sich bei dem Kommentator wirklich um den behandelnden Arzt handelt.

med-press: Wie sollte man vorgehen, wenn man eine Bewertung löschen lassen möchte? 

Schallhammer: Ist eine Bewertung aus Sicht des Arztes rechtswidrig, kann er sie in Prüfung schicken (Button „Problem melden“) und muss dafür detailliert schildern, welche Teile der Bewertung aus seiner Sicht nicht den Tatsachen entsprechen. Anschließend wird ein umfassender Prüfprozess eingeleitet, in dem der Patient um einen Beleg und der Arzt wiederum um eine Stellungnahme gebeten wird. Die Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement prüfen die Angaben anschließend anhand der rechtlichen Vorgaben: Meinungsäußerungen sind zulässig, Tatsachenbehauptungen müssen belegt werden. Weitere Informationen zur Qualitätssicherung und dem Prüfprozess finden Sie hier: https://www.jameda.de/qualitaetssicherung/echte-bewertungen/

 

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