Candida albicans: nicht immer harmlos

Vor ein paar Jahren gab jeder, der sich müde und schlapp fühlte, einem Darmpilz die Schuld daran: Candida albicans. Es ging eine regelrechte Angst vor dem Candida-Befall um. Das hat sich ein Stück weit geändert. Candida gibt es zwar immer noch. Und inzwischen wissen wir sogr, dass er das Gewebe mit einem Toxin schädigt. Aber irgendwie ist Candida trotzdem ziemlich in Vergessenheit geraten. Keine Ahnung, warum das so ist.

Candida – heimliche Krankmacher

Ein Buch hat mich wieder an den „heimlichen Krankmacher“ erinnert: Darmpilze – heimliche Krankmacher: Wie wir Pilzinfektionen erkennen und wieder gesund werden. Mit ausführlichem Diätplan – von Dr. med. Eberhard J. Wormer. Der Autor stellt nicht nur Symptome und übliche Therapie vor, sondern vor allem eine Immundiät. Harter Kern der Diät sind der Verzicht auf Zucker, Feinmehl und Alkohol. Stattdessen sollen zwei Wochen lang Müsli, Gemüse, Salat, probiotische Lebensmittel (Joghurt & Co) und fermentierte Produkte (Sauerkraut & Co) geschlemmt werden. Auch Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind erlaubt. Nach der ersten harten Diätphase sind auch wieder Mahlzeiten erlaubt, die ausgesprochen lecker klingen. Zum Beispiel Ingwerrotkohl, überbackene Kartoffelrösti, Grüne Bohnen mit Thymiancreme oder Kartoffelgratin mit Schinken. Der Autor gibt außerdem Tipps für die naturheilkundliche Behandlung von Candida-Befall. Hier empfiehlt er Propolis und Zink, bei chronischen Härtefällen rät er allerdings zu schulmedizinisch harten Geschützen.

Candidalysin: ein Toxin

Aber warum kann dieser mikroskopisch kleine Pilz eigentlich so schillernd-unangenehme Wirkungen haben? Mehr dazu haben Forscher aus Jena, Borstel, Aberdeen und London herausgefunden und hier beschrieben. Ihnen ist es gelungen zu zeigen, dass der Hefepilz Candida albicans vom harmlosen Mitbewohner der Darmflora-WG zu einem kleinen Terroristen werden kann, der ein Toxin mit sich herumträgt. Es heißt Candidalysin und kann bei immungeschwächten Menschen Löcher in der Membran der Wirtszelle verursachen.

Normalerweise tritt der Candidapilz als eiförmige Hefezelle auf. In diesem Fall erkennt das Immunsystem, dass dieser WG-Mitbewohner in Ordnung ist. Anders ist es, wenn er aus den runden Zellen heraus Fäden bildet, die sich fest am Wirtsgewebe ansiedeln und dadurch Schäden verursachen.

„Ein gesunder Darm wehrt Pilze ab“, erklärt Wormer und warnt: „Stress lockt Pilze“. Das gilt nicht nur für mental gestresste Menschen, sondern für alle chronisch Kranken. Mit seinem Buch will er helfen, schädliche Pilze im Körper aufzuspüren und möglichst dauerhaft unschädlich zu machen. Das klingt nach einem ziemlich umfangreichen Lebensprogramm, oder?

 

Auschra

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