Aromaöl – da liegt was in der Luft!

Das kennt jeder. Wenn man angeschlagen ist, hilft ein Bad in heißem, duftenden Wasser. Vielleicht mit entspannendem Lavendel- oder anregendem Rosmarinöl? Über Rosen und Bäder hatte ich hier auch schon mal was geschrieben. Ab und zu lasse ich mich sogar mit einem Aromaöl massieren, das ich speziell für meine aktuelle Verfassung aussuchen darf.

Duftöle wurden schon vor Jahrtausenden benutzt, um Wohlbefinden und Gesundung zu unterstützen. Heute gibt es neben überlieferten Erfahrungsberichten auch Doppelblindstudien, die erfolgreiche Anwendungen von ätherischen Ölen dokumentieren. Hotels werben mit Aromaöl-Massagen, die in unbekannte Duftregionen entführen. Wellness pur mit Bambus-Limette oder Honig-Ingwer? Und längst gibt es auch naturheilkundliche Praxen, die sich auf Aromatherapie spezialisiert haben – sogar in mancher Klinik ist die duftende Therapie bereits angekommen.

Spinnert? Sicher nicht! Düfte bleiben im Gedächtnis hängen. Omas Küche mit dem Kirschkuchen im Backofen, das fiese Putzmittel im Treppenhaus der Tante oder der Anblick des Strandes – viele Erinnerungen aus der Kindheit sind bei mir mit einem Duft und einem Gefühl verbunden. Für mich wäre ein Massageöl mit dem Geruch von Schlick, faulem Fisch, Watt und Meer gut geeignet. Es würde mich jedenfalls tief entspannen. Ok, vielleicht würde der Masseur den Duft nicht so mögen…

Wie wirkt Duft?

Wie kann es überhaupt sein, dass Aromaöle auf die Gesundheit wirken? Die Aromatherapie basiert auf der engen Verbindung von Düften und Emotionen. Anders ausgedrückt: Gerüche können eine starke Reaktion im limbischen System auslösen, in der Hirnregion, die für Gefühle wie Angst, Lust und Glück zuständig ist.

Deshalb werden wir in Kaufhäusern oder auf Kongressen, in Hotels oder Banken längst mit mehr oder weniger dezenten Düften umhüllt. In Privathaushalten sehe ich immer öfter Duftlampen, Profis decken sich dagegen mit professionelleren Großgeräten zum Beispiel hier ein. „Ein angenehmer Raumduft erhöht die Kaufbereitschaft“ oder „Beduftung erzeugt einen einzigartigen und bleibenden Eindruck bei Ihren Kunden und verleiht Ihrer Marke Wert“ – so oder so ähnlich erklären professionelle Bedufter, worum es beim Thema Duft geht.

Natürlich wirken Aromaöle nicht in dem Sinn, dass man plötzlich irgendwelchen Unsinn kaufen möchte, für den man sich vorher nicht interessiert hat. Aber sie können entspannen, so dass man sich in diesem Kaufhaus länger aufhalten möchte, sich dort wohl fühlt und eher geneigt ist Geld auszugeben. Wenn man den Duft denn mag…

Aromatherapie für Tiere

Die Therapie mit Aromaölen funktioniert auch bei Tieren? Klar, Hunde haben eine gute Nase, viel besser als Menschen. Eigentlich logisch, dass Tiere auch von Aromatherapie profitieren.

Ich wollte es eigentlich erst nicht glauben. Die Vorstellung von Hunden, die an Blüten schnuppern, war mir suspekt. Aber ein paar kleine Studien haben mich dann doch nachdenklich gemacht. In einer Studie bekamen zum Beispiel Hunde, die normalerweise mit Aufregung auf Autofahrten reagierten, Lavendelöl – und reagierten mit mehr Entspannung, weniger Bewegungsdrang und Hektik. In einer anderen Untersuchung legten Mäuse ihre Angst ab, wenn sie von Ylang-Ylang-Duft umgeben waren. Und Ratten wurden durch eine Aromaölanwendung mit Muskatellersalbei stressresistenter.

Ganz viel praktische Erfahrung mit der Anwendung von Aromatherapie bei Tieren hat Maria L. Schasteen. In ihrem Buch ‚Duftmedizin für Tiere’ beschreibt sie, wie sie zur Aromatherapie für Tiere gekommen ist. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine kleine zugelaufene Katze, die mit Hilfe von Lavendelöl in tiefen Schlaf fiel. Sehr berührend! Das Buch liest sich gut, der praktische Teil ist mit vielen Tiergeschichten geschmückt.

Die Wirkungen einzelner Öle und Ölmischungen werden vorgestellt. Lavendel hilft zum Beispiel nicht nur bei Angst und Nervosität, sondern kann auch auf blutende Wunden gegeben werden. Eukalyptus- und Teebaumöl lindern Erkältungen, während Majoran gegen Muskelschwund wirksam ist. Und so weiter.

Dann geht es um Duftmedizin für unterschiedliche Tierarten. Wenn Vögel Schmerzen haben, helfen ätherische Öle gegenso wie bei Vierbeinern. Sie stellt Shampoos zur Fellpflege von Hunden oder Einreibungen für traumatisierte Pferde vor, selbst die Probleme von Fischen und Schildkröten finden Berücksichtigung. Und natürlich wird auch auf die Grenzen der Anwendung von ätherischen Ölen hingewiesen (Achtung, das ist wichtig für Katzen!). Als Zugabe gibt es sogar noch Tipps für gesunde Haushaltsreiniger und – auch so ein Lieblingskapitel – für die emotionale Arbeit mit misshandelten Tieren. Eine Tabelle über die Öle im Überblick (mit Anwendungsmöglichkeiten) bildet den Abschluss des Werks.

Ich glaube, dieses Buch wird demnächst in jedem tierlieben Haushalt zu finden sein.

 

 

 

Auschra

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